DJJU- und DJJB-Bundeslehrgang 2019 in Mainz

Diesmal ging es nicht ins Ausland, sondern nach Mainz zum Bundeslehrgang der Deutschen Jiu-Jitsu-Union und des Deutschen Jiu-Jitsu-Bundes. Wobei dieser Lehrgang nicht nur für diese Verbands-Mitglieder war. Auch Interessierte aus anderen Jiu Jitsu-Verbänden konnten daran teilnehmen. Was dann auch der Fall war. Insgesamt waren um die 170 Aktive zur Weiterbildung ihrer Jiu Jitsu-Kenntnisse in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt bei schönem, sonnigen Wetter angereist.

Die Teilnehmer des Bundeslehrgangs
Die Teilnehmer des Bundeslehrgangs

Dabei waren hochkarätige Referenten vor Ort: Hugo Bleys, Josef Djakovic (jeweils 9. DAN) Andy Güttner und Erik Kreiskott (jeweils 6. DAN). Die Teilnehmer hatten alle möglichen Graduierungen (vom Weißgurt bis zum Schwarzgurt).
Die Jiu-Jitsu-Abteilung des TuS Rhens war als Vertreter aus dem Raum Koblenz mit insgesamt 10 Teilnehmern in Mainz präsent.

Samstag von 13-17 Uhr war der ersten Übungstag. Wobei wegen des warmen Wetters und der ansprechenden Übungen der Schweiss in Strömen floß. Was sich auch am Abend dann an meinem Gi zeigte: Der schwarze Stoff war hinten und vorne mit weissen Schweiss-Spuren überdeckt. Nicht gerade so anschaulich, aber ein klarer Beleg dafür, dass das Training kein Spaziergang war. Mit etwas Wasser wurde der Anzug dann gereinigt und war für den nächsten Tag wieder (optisch) einwandfrei.
Für mich persönlich konnte ich von den Ausführungen und Übungen von Josef Djakovic und Erik Kreiskott am meisten mit nach Hause nehmen. Wobei einem bei der Vielzahl der Demonstrationen die Ukes schon etwas Leid tun konnten: Es ging richtig zu Sache!

Andy Güttner in Aktion
Andy Güttner in Aktion
Erik Kreiskott bei der Übung
Erik Kreiskott bei der Übungseinheit

Nachdem wir den ersten Tag der Übungen dann erschöpft hinter uns gebracht hatten ging es zum Essen in das griechische Restaurant Plaka in der Nähe der Übungshalle. Des Essen dort war ausgezeichnet. Wie der Zufall es so wollte waren unsere Tisch-Nachbarn aus dem Westerwald! Genauer gesagt aus Ransbach-Baumbach. Wie klein die Welt doch ist!…
Nach dem Essen ging es dann in das Berno-Wischmann-Haus zurück, wo wir dann bei Musik und einigen hopfenhaltigen Kaltgetränken den Tag ausklingen liessen.
Der nächste Tag begann mit dem Frühstück, bei dem der ein oder andere noch etwas Anlaufschwierigkeiten vom Abend hatte. Danach ging es nach einer Aufwärmrunde weiter mit den Übungen. Auch dabei wurden die Übungen mit Konzentration durchgeführt. Im weiteren Verlauf der Übungen lies dann jedoch in der letzten Stunde bei vielen die Konzentration nach. Was aber auch verständlich war, da es schon wieder sehr warm wurde und es Mittagszeit war. Und ohne Mampf gibt es ja nun mal keinen Kampf. Das bestätigte sich hier mal wieder auf ein Neues. Wobei auch bei mir der Magen knurrte und ich dringend Kohlehydrat-Nachschub herbeisehnte. Relativ ausgepowert, verschwitzt und hungrig wurde dann das Training um 13:30 Uhr beendet. Wobei dann auch von den Veranstaltern verkündet wurde, dass dieser Bundeslehrgang im nächsten Jahr wieder stattfinden wird. – Uns hat der Lehrgang sehr gut gefallen: Wir werden wieder am Start sein!

Frauen-Power!
Frauen-Power!

Kurzurlaub in Katwijk

Dieser Kurzurlaub war frühzeitig geplant: Bereits im Januar erfolgte die Buchung für Katwijk. Dabei handelte es sich um ein Appartement ohne Frühstück. Wie sich herausstellen sollte war das auch die richtige Wahl. Wir hatten uns für ein Appartement von Steeds aan Zee entschieden. Dabei war das gute Preis-/Leistungsverhältnis ausschlaggebend.
Nach einer teilweise aufregenden unterhaltsamen Anreise per Auto (wo wir die “Fahrkünste” einiger LKW-Fahrer erdulden kennenlernen mussten) kamen wir nach 4 Stunden (mit Pause) in Katwijk an.Unser Appartement war in der Tramstraat 15. Allerdings wussten wir das nicht sofort. Erstmal mussten wir die Zentrale ausmachen. Nachdem das erledigt war und wir unsere Schlüssel erhalten haben ging es zum Appartement. Glücklicherweise war unser Tiefgaragenplatz auch ganz in der Nähe (Kosten: 25€ für eine Woche), so dass wir nicht durch den halben Ort mit unserem Gepäck laufen mussten.
Der Eingang zu unserem Appartement warf dann auch schnell gefunden:

Der Innenhof war zwar nicht groß, aber für unsere Belange völlig ausreichend. Zudem hatten wir mit dem Wetter Glück uind konnten dann noch Abends kurz draußen bei einem Wein im Innenhof bei Sonne sitzen.
Als Supermarkt hat sich übrigens Hoogvliet in der Voorstraat 49 bewährt: Der hat eine gute Auswahl und ist direkt auf der Rückseite von unserem Appartment. Wir hatten glücklicherweise das Appartement Nr. 5. Dieses hatte vergleichsweise viel Platz im Gegensatz zu den anderen Appartements. Würden wir wieder buchen.
Das Bad war auch völlig in Ordnung.

Vom Appartement zum Strand sind es zu Fuß nur 5 Minuten. Zudem ist die Adresse sehr zentral. Dabei hatten wir das Glück, dass unser Appartement Nr. 5 nicht zur Straße hin stand sondern im hinteren Bereich des Hofs war. Womit wir aber alle nicht gerechnet hatten: Möwen! Diese Möwen haben morgens solch ein Gekreische gemacht, dass jeder von uns (leider) frühzeitig wach wurde. Hier wäre wohl Ohropax bei einem nächsten Besuch sinnvoll..

Nachdem wir dann den ersten Besuch am Strand hinter uns gebracht hatten, ging es am nächsten Tag mit einem Elektroboot vom Prins Hendrikkanaal über den Alten Rhein nach Leiden. Was wir dabei jedoch lernten: Auch wenn die Damen von der Touristikzentrale meinen dass die Fahrt mit dem Boot ohne Reservierung möglich sei, besser immer reservieren! Wir kamen nämlich dann ohne Reservierung an den Anleger und konnten nicht mit, weil ein paar Fahrgäste vorher reserviert hatten und die letzten freien Plätze ergattert hatten. Grrr…. Man(n) lernt ja immer was dazu…
Die Fahrt auf dem Alten Rhein war übrigens eine Tour, die uns alle in erstaunen gesetzt hat: Was dort für Häuser am Ufer standen war wirklich sehenswert! Mit Reet gedeckte Häuser, die aussahen als hätten sie gerade einen Architekten-Wettbewerb gewonnen. Auch die anderen Häuser am Ufer sendeten ein klares Signal: Wer hier wohnt hat Geld!
Die Stadt Leiden sollte man übrigens immer mal besuchen, wenn man in der Nähe von Zandvoort, Noordwijk oder Katwijk ist. Das ist ein wunderschönes Städtchen mit vielen historischen Gebäuden und Grachten.

Da wir allerdings nur per Boot fahren wollten sind wir nach Ankunft in Leiden direkt wieder mit dem Boot zurück gefahren. Leiden selber haben wir uns einen Tag später angesehen. Und da auch dann einige Euros beim einkaufen von Kleidung gelassen… 🙂

Egal wo man am Strand von Katwijk sich befindet: Überall stehen mal mehr und mal weniger gute gelungene Skulpturen aus Bronze, die einen auf Besonderheiten vor Ort hinwiesen. War schön anzusehen.

Egal ob in Katwijk oder in Leiden: Überall gab es in Restaurants sehr gutes Essen zu erschwinglichen Preisen. In Katwijk waren wir zu Gast im “Het Wapen van Kattuk” und im “Eatery Neefies”. Beide haben uns mit ihrer Qualität beeindruckt. In Leiden waren wir in der Pizzeria “Fratelli” zu Gast. Auch sehr gute Speisen und sehr freundliches Personal.
Wo man in Katwijk definitiv mal gewesen sein muss: Im Fischrestaurant/Fischhandel “Schuitemaker”. Den Kabeljau, den ich dort als Fastfood bekamen, war der beste Kabeljau den ich je gesessen habe. Frischer gehts wirklich nicht. Man kann sich auch draußen vor das Geschäft auf den Platz setzen und dort essen.

Im Gegensatz zum Nachbarort Noordwijk, der wesentlich mehr auf (hochpreisige) Touristen ausgerichtet ist, kommen nach Katwijk viele Niederländer zum Urlaub hin. Der Strand ist wirklich in Ordnung und die Preise moderat. Das macht sich insgesamt schon klar bemerkbar. Spricht aber auch für die Wahl von Katwijk als (Kurz-)Urlaubsort. Das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich in Katwijk war!

Gibraltar, Affen, Rum und ein iranischer Tanker

Endlich hat es einmal geklappt: Schon lange wollte ich mir das englische Übersee-Territorium Gibraltar ansehen. Als Tagesausflug von Novo Sancti Petri ging es per kurzer Busreise auf den Englischen Aussenposten am Mittelmeer mit seinen Berber-Affen auf dem bekannten Felsen in der Meerenge von Gibraltar.

Die Busfahrt (ca. 90 Minuten) führte durch einen Naturschutzpark (Parque Natural Los Alcornocales), in dem ein großes Korkeichen-Gebiet liegt. Hier soll man im Herbst laut unserer Reiseführerin gut wandern können. Was jetzt nicht weiter von Bedeutung war, was man aber halt so während der Busfahrt nebenbei erfährt.
Obwohl es morgens sehr nach Regen aussah weil es sehr wolkenverhangen und dunkel aussah, besserte sich die Wetterlage im Laufe des Tages und die Sonne kam wieder durch. Liegt wohl an der Lage direkt am Meer. Jedefalls bot sich bei der Einfahrt nach Gibraltar kein direkter Blick auf den Felsen.

Wie man sieht, sieht man nichts: Der Fels von Gibraltar wolkenverhangen vom spanischen Grenzübergang aus gesehen

Bei der Rückfahrt konnte man den Felsen dank des besseren Wetters dann sehen

Der Fels von Gibraltar von der spanischen Seite (Norden) aus gesehen
Der Fels von Gibraltar von der spanischen Seite (Norden) aus gesehen

Als wir mit dem Reisebus in der Innenstadt von Gibraltar gelandet sind, wurden wir auf kleinere Busse verteilt. Was normalerweise irgendwie überflüssig klingt (weil man ja schon in einem Bus sitzt) machte dann Sinn als man mit den etwas kleineren Bussen dann durch die Stadt gefahren wurde: Die Straßen und Gassen sind teilweise so eng, dass dort ein normaler Reisebus niemals durchkommen würde. Teilweise wurden die Straßen durch den Felsen geführt – und die Öffnungen waren selbst für einen kleinen Bus von der Größe eines Sprinters eine Herausforderung! Und von Parkplätzen wollen wir erst gar nicht sprechen, denn es gibt sie kaum. Und wenn, dann sind die ziemlich teuer. Es macht also wenig Sinn mit dem Auto nach Gibraltar reinzufahren. Besser dafür vor der Grenze den Wagen in der spanischen Stadt La Linea de la Conception parken. Das beruhigt die Nerven (und den Geldbeutel).

Gibraltar hat im übrigen auch den einzigsten Flughafen der Welt, über den eine normale Verkehrsstraße führt. Mitten über das Rollfeld vom Flughafen führt die Winston-Churchill-Road, die die einzige Verbindung zum spanischen Festland über Land darstellt. Wenn die Flugzeuge starten oder landen wird die Straße gesperrt – mit entsprechenden Wartezeiten für den Grenzübertritt. Momentan wird zwar an einer Untertunnelung des Flughafens gearbeitet, aber das kann noch einige Jahre dauern bis dieser Tunnel fertiggestellt ist und Staus der Vergangenheit angehören.

Über den Grenzübergang direkt auf das Rollfeld vom Flughafen Gibraltar in die Stadt rein

In Gibraltar ist das Militär allgegenwärtig: Kanonen und Befestigungen wo man auch hinsieht. Was ja auch kein Wunder ist, da das Gebiet als strategisch wichtiger Flottenstützpunkt der britischen Marine dient und entsprechend gut befestigt wurde. Sogar aus dem Felsen von Gibraltar selbst, sieht man jede Menge Geschützöffungen und Schiessscharten. Von denen auch nicht gerade wenige auf die spanische Seite ausgerichtet sind.

Hardings Battery am südlichsten Punkt von Gibraltar
Hardings Battery am südlichsten Punkt von Gibraltar

Obwohl Gibraltar an sich winzig ist, konnte man selbst dort an diesem Tage etwas von dem Hauch der großen Weltpolitik mitbekommen: Vor der Küste lag nämlich der iranische Tanker “Grace 1” (neuer Name jetzt: “Adrian Darya-1”), der dort aufgrund des Zwistes zwischen den USA und dem Iran von der britischen Hafenbehörde auf Antrag der Amerikaner festgehalten wurde. Von den Gibraltarern selbst wurde dieser Vorfall übrigens kritisch beurteilt, da sie sich als Spielball der USA in dieser Angelegenheit sahen. Interessantes Detail am Rande: Wie verhindert man, dass sich so ein festgesetztes Schiff nicht über Nacht vom Acker macht? Ganz einfach: Man interniert die komplette Mannschaft und baut wichtige Teile der Maschine des Schiffs aus, damit es sich nicht mehr fortbewegen kann! So wurden Ingenieure an Bord der Grace 1 gebracht, die wichtige Teile des Schiffsmotors entfernt hatten. – Und für diese Teile gibt es kurzfristig keine Ersatzteile.

Der iranische Tanker Grace-1 liegt festgesetzt im Gewässer vor der Küste von Gibraltar
Der iranische Tanker Grace-1 liegt festgesetzt im Gewässer vor der Küste von Gibraltar

Im Hafen von Gibraltar lagen zu diesem Zeitpunkt die britischen Marineschiffe HMS Kent F78 und die HMS Defender D36 vor Anker. Der Zerstörer Kent hatte hier Zwischenstopp gemacht. Ziel war der Persische Golf mit der Aufgabe den dortigen Schiffsverkehr zu beschützen. Auch hier also wieder große Weltpolitik. Der Lenkwaffenzerstörer Defender hatte ebenfalls hier zwischengeankert. Zielregion war hier der asiatisch/pazifische Raum.

HMS Kent F78 + HMS Defender D36 in Gibraltar
HMS Kent F78 + HMS Defender D36 (im Vordergrund) in Gibraltar

Nach einiger Zeit hatten wir dann den Felsen erreicht. Direkt wurden wir an den dafür vorgesehenen Haltepunkten von den Berberaffen begrüßt. Diese Tiere sind zwar auf den ersten Blick friedliche Zeitgenossen, jedoch sollte man sich nicht in ihnen täuschen. Wir bekamen ein Gerangel von drei Berberaffen mit, die unter sich das neue Alpha-Männchen ausmachten, weil das ursprüngliche Alpha-Männchen vor kurzem verstorben ist. Das Gekreische war schon heftig. Und die dabei zur Schau gestellten großen Fangzähne verfehlten ebenfalls nicht ihre abschreckende Wirkung. So niedlich sie auch aussehen: Man sollte Vorsicht in ihrer Nähe walten lassen – und natürlich die Tiere NICHT füttern sowie auf seinen Rucksack und Kamera aufpassen!

Ein Berber-Affe auf dem Felsen von Gibraltar
Entspannter Berberaffe auf dem Felsen von Gibralter

Ein definitiver “Muss”-Besuch stellt der Besuch der Saint Michaels Cave dar. Diese große Tropfsteinhöhle hat eine so gute Akustik, dass hier sogar ein Konzertsaal eingerichtet wurde. Im zweiten Weltkrieg wurde hier ein Hospital eingerichtet, dass aber nie in Betrieb genommen wurde. Der öffentlich zugängliche Bereich war schon beeindruckend genug. Es gab jedoch noch viel mehr Bereiche, die wir aufgrund des engen Zeitrahmens leider nicht besichtigen konnten. Alleine die Illumination in den unterschiedlichsten Farben ist schon einen Hingucker wert. So ein Schauspiel sieht man selten.

St-Michaels Cave-Gibraltar
St-Michaels Cave-Gibraltar

Gibraltar stellt neben vielen Kuriositäten auch ein Shopping-Paradies dar. Alleine was man hier in der Main Street alles an günstigen Spirituosen (konkret: Rum) kaufen kann ist schon beachtlich. Man kann dabei den ein oder anderen Schnapper machen. So liegt der Preis für die zwei Rums von Woods und Lambs in Deutschland bei gut 60€. In Gibraltar lag der Preis bei 15€! Kann man sich natürlich nicht entgehen lassen. 🙂

Rum auf Gibraltar in der Main Street
Günstiger Rum in der Main Street

Egal wo man auf Gibraltar auch hingeht: Die Geschichte ist immer um einen herum präsent: Sei es aufgrund der alten Gebäude oder Denkmäler. Wobei mittlerweile einiges an Renovierungen stattfindet. Um Wohnraum zu schaffen werden so zum Beispiel ehemalige Militärgebäude in Wohnungen umgewandelt.

Denkmal für die Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg der Gibraltar Defence Force und anderer Einheiten aus Gibraltar
Denkmal für die Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg der Gibraltar Defence Force und anderer Einheiten aus Gibraltar
Englische historische Patrouille in der Main Street von Gibraltar
Englische historische Patrouille in der Main Street von Gibraltar
Hafen von Gibraltar - ImHintergrund die spanische Stadt Algeciras
Hafen von Gibraltar – Im Hintergrund die spanische Stadt Algeciras

Mich hatte es überrascht, dass die ganzen Tanker VOR dem Hafen lagen und nicht IN diesem für die Wiederbetankung angelegt hatten. Unser Busfahrer John hatte dafür eine einfache Erklärung: Das liebe Geld ist dafür verantwortlich! Wenn die Tanker außerhalb offshore des Hafens liegen, ist die Steuer auf den Treibstoff für die Schiffe 14% niedriger als wenn sie im Hafen liegen. Dafür lässt man natürlich dann als Reederei gerne das Schiff außerhalb des Hafens ankern. Bei dem Volumen an Treibstoff was so ein Tanker aufnehmen kann, ist das schon eine fette Summe,die man so einsparen kann. Das ist auch der Grund dafür, warum Gibraltar von den meisten Tankern zum Bunkern von Treibstoff angelaufen wird. Im gegenüberliegenden Hafen von Algeciras ist es somit deutlich teurer.

Fish & Chips in Gibraltar Main Street
Fish & Chips in Gibraltar Main Street

Was einen vielleicht verwundert ist die Vielfalt an Einflüssen, die einem in Gibraltar begegnet: Englische Kultur kombiniert sich hier mit spanischer, jüdischer und marokkanischer Kultur zu einem einzigartigen Mix. Hier ist definitv ein plurales Miteinander möglich. So konnte man zum Beispiel Samstags (Feiertag der Juden) in der Main Street viele Juden sehen, die aufgrund des Feiertags feierlich gekleidet waren. Auch die bekannten Schläfenlöckchen waren hier öfters zu sehen. Es ist mittlerweile leider fraglich, ob sich diese Bürger auch in einigen deutschen Großstädten so frei und offen bewegen könnten.

Eingang Nord Main Street Gibraltar
Eingang Nord Main Street Gibraltar

Als wir in der Main Street waren wurde auch das dortige Postamt, das Royal Gibraltar Post Office, besucht. Aber hier waren es nicht Briefmarken, sondern englische Premium Bonds, die mein Interesse weckten. Leider gab es sie dort nicht zu kaufen:
“Sorry, we are not part of the UK!” – War also nix mit den Premium Bonds. Aber man kann ja nicht immer alles haben. Einen Versuch war es ja wert.
Danach haben wir erstmal eine Rast eingelegt und das Gasthaus “Jury´s” aufgesucht. Kann man empfehlen: Gutes Essen und Getränke zu akzeptablen Preisen mit freundlichen Bedienungen. Zahlung in Euro ist ohne weiteres möglich. Wechselgeld kommt auch in Euro zurück. Der Kurs ist dann logischerweise nicht gerade der Beste, aber für etwas Bequemlichkeit muss man halt zahlen.

Jurys Main Street Gibraltar
Gute Adresse für Speis´ und Trank: Jury´s in der Main Street
Das Parlament von Gibraltar
Das Parlament von Gibraltar
Innenstadt-Irish-Town-Gibraltar
Innenstadt-Irish-Town-Gibraltar

Hat sich die Gibraltar-Tour gelohnt? Absolut! Würde ich wieder hinfahren, wenn ich mal in der Nähe wäre. Ein Besuch lohnt sich auch für alle, die Urlaub an der Costa de la Luz oder der Costa del Sol machen. Es werden genug Bustouren nach Gibraltar angeboten, die man nutzen sollte. Wer weiss, wie lange und einfach dies aufgrund des Brexits (31.10.19) noch möglich ist? Die Gibralterer haben den Brexit übrigens zu 95,9% abgelehnt. Wenn man vor Ort ist versteht man warum: Das Übersee-Territorium profitiert deutlich von den Touristen. Wenn die weniger werden, dürfte es auch mit den Geschäften abwärts gehen…

Urlaub im Hipotels “Barrosa Park” Novo Sancti Petri an der Costa de la Luz

Der Urlaub dieses Jahr kam etwas spontan vom Termin her. Normalerweise plane ich den Sommerurlaub (auch wegen den Preisen) frühzeitig, damit man sich schon mal drauf einrichten kann und anfallende Termine entsprechend organisieren kann. Dies war nun etwas anders und musste auch entsprechend gehandhabt werden. Aufgrund der Kurzfristigkeit wurde ein Reisebüro in Koblenz besucht, welches schon andere Termine bei meiner besseren Hälfte zu ihrer Zufriedenheit organisiert hatte. Nach kurzem Abwägen der vorhandenen Angebote (zugegeben: Aufgrund der Kurzfristigkeit inmitten der Sommerferien war das Angebot überschaubar) stellte sich recht bald der Favorit heraus: Novo Sancti Petri an der Costa de la Luz. Weder der Ort, noch die Küste im südwestlichen Spanien waren mir ein Begriff. Nach eigener Recherche fand ich dann aber heraus, dass der dortige Strand “La Barossa” zu den schönsten in ganz Spanien gehören sollte. Das stimmte mich schon mal zuversichtlich im Hinblick auf das unbekannte Ziel Novo Sancti Petri.

Strand "La Barrosa" in Novo Sancti Petri an der Costa de la Luz
Strand “La Barrosa” in Novo Sancti Petri an der Costa de la Luz

Als Unterkunft wurde dabei das Hipotels Barrosa Park in Novo Sancti Petri (4 Sterne) gebucht. Auch diese Hotelgruppe war mir bisher kein Begriff. Was dem ein oder anderer Leser vielleicht schon einen kleinen Einblick in meine Priorität hinsichtlich des Urlaubs gibt: So ein richtiger “Urlauber” war (und bin) ich nicht. Da war eher der sanfte Druck einer anderen Person im Hintergrund verantwortlich für den diesjährigen Jahresurlaub. 🙂
Kurz nach der Buchung fiel mir dann auf, dass ja eigentlich das britische Überseegebiet Gibraltar in relativer Nähe zum Urlaubsort war. Wollte ich mir eigentlich immer mal ansehen, kam nur nie auch nur ansatzweise in die Nähe. Nun war die Gelegenheit da, dies zu tun. Nach kurzem Gespräch (und “etwas” gutem Zureden) konnte ich meine Freundin auch zu einem Tagesausflug nach Gibraltar überreden überzeugen. Der entsprechende Ausflug in diesen, sehr speziellen, Teil des Vereinigten Königreichs wurde dann noch von mir nachgebucht. Mehr dazu in einem separaten Beitrag.

Nach einem reibungslosen Flug von Frankfurt nach Jerez de la Frontera kamen wir nach kurzem Bustransfer in unserem Hotel an: Eine schöne, saubere Anlage direkt am Strand mit eigenem Strandzugang und Strandbar. Nach dem obligatorischen Sektempfang ging es auf unser Zimmer. Wir hatten Glück mit dem Zimmer: Ein großes, sauberes Zimmer mit Meerblick! Ein Zimmer mit Meerblick hatte ich noch nie, war insofern ein schöner Start. Freundlicherweise konnten wir trotz unserer frühen Ankunft noch am Frühstück teilnehmen. War schonmal ein Bonuspunkt für den Service.
Zum Essen allgemein komme ich noch an späterer Stelle.

Hipotels Barrosa Park in Novo Sancti Petri
Hipotels Barrosa Park in Novo Sancti Petri

An dieser Stelle ist zu vermerken, dass an der Costa de la Luz (zumindest in unserem Strandabschnitt) die gröbsten Bausünden von Mallorca etc. vermieden worden sind: Alle Hotelanlagen dürfen maximal drei Etagen aufweisen. Für alles andere werden keine Baugenehmigungen erteilt. Was zu Folge hat, dass die Hotels zwar Gott sei Dank nicht in die Höhe schiessen, aber jedoch von ihrer Fläche her weit größer sind als vergleichbare Hotels auf Mallorca. Finde ich aber völlig okay. Von der Optik her fällt das nicht schwer ins Gewicht, da man jeweils nur Teilbereiche der Hotelanlage sieht.

Nachdem wir angekommen waren wollten wir natürlich neben dem Strand auch die örtlichen Einkaufsgelegenheiten erkunden. Also sind wir aus dem Einfahrtsbereich der Hotelanlage links abgebogen. War nur leider total die falsche Richtung, da wir rechts hätten abbiegen sollen um den örtlichen Supermarkt besuchen zu können. So hatten wir dann am Abend des ersten Tages nach Fußmarsch in die falsche Richtung schonmal über 18.000 Schritte laut Schrittzähler-App zu verzeichnen. Immerhin mal was für die Gesundheit getan. 🙂
Womit jedoch keiner gerechnet hatte: Stechmücken! Ich wurde am ersten Tag über 10-mal von Stechmücken gestochen. Egal ob tagsüber oder beim Essen am Abend: Überall waren diese Plagegeister und haben sich an uns schadlos gehalten. Wobei überraschend war, wie hartnäckig diese Biester an einem dran geblieben sind obwohl man schon mal mit der Hand über sie gewedelt hat: Die blieben weiter beim Blutsaugen! Als ich einmal zwei Stechmücken auf einmal mit der Hand am linken Unterarm plattgemacht habe sah es aus, als hätte ein Schlachter seine Arbeit getan: Alles war voll mit Blut. Also: Am nächsten Tag Mückenspray kaufen! Was auch erklärt hat, warum es dort soviel Mückenspray zu kaufen gab und sich auch reger Nachfrage erfreute, wie wir später feststellen konnten. Im Nachhinein hat sich jedoch herausgestellt, dass dies wohl ein Ausnahmetag war: Ansonsten waren es höchstens 2 Stechmücken pro Tag, die an einem ihr unseeliges Werk verübten.
Am zweiten Tag war mehr oder weniger Pool-Tag angesagt. Dabei ist zu bemerken, dass es hier zwei Pools gibt in denen man schwimmen kann und 1 Baby-Becken. Was mir nicht so gefallen hat an den Pools: Die Eingangstiefe (je nach Standort) war gerade mal Kniehöhe, die dann tiefer langsam immer tiefer wurde, bis mal ca. 1,60 Meter Tiefe hatte. Also nicht gerade etwas für Pool-Fetischisten. Die dürften im Lopesan Costa Meloneras auf Gran Canaria wohl ihr Mekka finden. Beim Abendessen bemerkten wir dann etwas, was uns über alle Tage immer wieder auffallen sollte: Das Essen war zwar sehr gut gewürzt und schmackhaft, aber jedoch maximal lauwarm wenn man an es an seinem Platz essen wollte. Und das, obwohl man teilweise sogar zu den ersten Gästen am Abend-Buffet zählte. Oft war es sogar schlichtweg kalt. So etwas darf einfach nicht sein! Schade, da die Hipotels-Gruppe angeblich für ihr gutes Essen bekannt sei. Hat sich bei uns leider nicht so bestätigt. Hier sollte das Management definitv mal nachbessern!

Tag drei war dann der erste große Strand-Tag. Wobei man hier nur eins sagen kann: Der Stand “La Barrosa” ist zumindestens in Höhe des Hotels Barrosa Park ein Hammer-Strand: Total sauber, sehr sandig uind grün/blaues Wasser. Dazu war noch wenig los – Ein Traum! Das dürfte auch der Grund sein, warum soviele Spanier hier ihren Urlaub verbringen. Geschätzt waren 60-70% der Hotelgäste Spanier, was eigentlich ein gutes Zeichen ist. An anderen Strandabschnitten (insbesondere in Sancti Petri) war viel mehr los und deswegen nicht gerade so empfehlenswert. Wenn man einen tollen Strand sucht, dann hat man ihn mit “La Barrosa” in Novo Sancti Petri definitiv gefunden: Sauber und mit wenig Urlaubern. Ist für mich jedenfalls definitiv ein Strand, an den ich wieder zurück kommen werde. Dann aber mit Mietwagen, um das Hinterland auch etwas zu erkunden. Denn dafür blieb aufgrund des kurzen Zeitraums leider keine Zeit.

Am vierten Tag wurde dann der Tagesausflug nach Gibraltar unternommen. Dafür wird es einen eigenen Beitrag geben, der auf diesen Britischen Übersee-Standort näher eingeht. Nur soviel vorab: Es lohnt sich in Gibraltar einmal vorbeizuschauen, wenn man sich an der Costa de la Sol oder, wie bei uns der Fall, sich an der Costa de la Luz befindet.

Tag fünf wurde dann wieder an dem tollen “La Barrosa”-Strand verbracht. Danach war noch der Besuch der Hotel-eigenen Strandbar “Pure Beach Club” angesagt. Sollte man auf jeden Fall auch besuchen, wenn man Gast vom Hipotels Barrosa Park in Novo Sancti Petri ist. Sehr chillig mit der Option direkt nach den Drinks nochmal in die Fluten des Atlantik einzutauchen (und dann seine Grenzen kennenzulernen…). Danach war Heimreise angesagt.

Pure Beach Club am "La Barrosa"-Strand in Novo Sancti Petri
Pure Beach Club am “La Barrosa”-Strand in Novo Sancti Petri

Hinsichtlich des Hotels “Hipotels Barrosa Park” in Novo Sancti Petri würde ich 4 von 5 Punkten vergeben. Die Anlage ist sehr sauber und gut aufgeteilt. Was den einen Punkt gekostet hat: Kaltes/lauwarmes Essen ist ein No-Go! Geht gar nicht. Hier sollte definitv nachgebssert werden. Beim Service haben wir auch einige Schwächen gefunden: Sei es ob der fehlenden Info hinsichtlich der ausleihbaren Tücher für den Pool oder falschen Informationen hinsichtlich eines Lunchpakets für die Rückfahrt. Hätten wir uns hier auf die (falsche) Aussage an der Rezeption verlassen, dass ein Lunchpaket für uns abholbar bereitsteht (was dann nicht der Fall war), hätten wir mit leerem Magen den Transfer antreten dürfen. So hatten wir sicherheitshalber selber was zusammengestellt und sind damit gut gefahren. Würden wir nochmal in des Hipotels Barrosa Park in Novo Sancti Petri fahren? Vorausgesetzt wir bekommen das gleiche (oder bessere) Zimmer: Ja! Und hoffentlich gibt es dann auch warmes Essen. 😉

Besser als Schwimmbad: Diezer Baggersee

Als Koblenzer hat man derzeit ein Problem im Sommer: Wenn man bei schönem Wetter schwimmen gehen möchte, bietet sich eigentlich das Schwimmbad Mallendarer Berg in Vallendar an. Da dieses Jahr jedoch im Koblenzer Schwimmbad Oberwerth ein paar Becken repariert werden zieht das Verdrängungseffekte nach sich: Einige Zeitgenossen ziehen jetzt anscheinend ersatzweise nach Vallendar ins Schwimmbad. Und das sorgt für Stress. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es vor 2015 überhaupt mal zu einer auch nur ansatzweise ähnlichen Situation kam. Noch nie zuvor musste ein Sicherheitsdienst die Schwimmbadgäste vor solchen “Besuchern” schützen. Aber nun ja: Es scheinen wohl neue Zeiten in Merkel-Deutschland angebrochen zu sein – nun auch in den Freibädern.
Da ich keinen Bock auf sowas habe, fahre ich mittlerweile immer öfter nach Diez an den Baggersee. Da gefällt es mir nicht nur von der Lage her, sondern weil es dort (noch?) friedlich ist.
Da jedoch die Sommertage momentan ihrem Namen wirklich mal gerecht werden, kommen natürlich auch einige Andere auf diesen Gedanken.

Diezer Baggersee im Juli 2019

Wobei das obige Bild etwas täuscht: Wenn man nach rechts schwimmt (im Bild nicht mehr ersichtlich) hat man genug freie Fläche um in Ruhe zu schwimmen. Das Wasser ist von sehr guter Qualität und ist mit seiner tiefgrünen Farbe echt schön anzusehen. Falls man sich mit dem Gedanken trägt dorthin zu fahren, sollte man frühzeitig dort sein. Dann sind meist die begehrten Schattenplätze links vom Eingang Höhe des Volleyball-Feldes noch frei.
Das Essen vom Imbiss-Stand vor Ort ist übrigens gut – wenn man welches erhält! Die Schlange dort ist nämlich oft sehr lang mit entsprechender Wartezeit. Manchmal sind dann Snacks ausverkauft, wenn man zu spät dran ist. Bei den Parkplätzen sollte es jedoch keine Probleme geben: Die sind eigentlich ausreichend dimensioniert. Wer sich frühzeitig nach Diez an den Baggersee aufmacht, sollte keine Probleme mit dem Parkplatz und einem schattigen Liegeplatz bekommen.
Wenn man dann noch in guter Begleitung ist, sollte einem schönen Tag am Diezer Baggersee nichts mehr im Wege stehen. Für mich ist der See jedenfalls eine schöne Abkühlung im Sommer. Fahre ich immer wieder gerne hin.