Die schönste Bar in Koblenz!?

Der Pfau - Die wohl schönste Bar in Koblenz

Der Spruch “Klein aber fein” trifft hier wohl den Nagel auf den Kopf:
Mitten im Herzen der Altstadt von Koblenz gibt es seit einiger Zeit eine neue Bar. Das wäre in der gastronomiestarken Koblenzer Altstadt jetzt wohl nicht unbedingt eine außergewöhnliche Neuheit, wenn ein weiterer Gastrobetrieb aufmacht. Hier ist die Lage jedoch etwas anders, weil sich diese Bar in einem Punkt deutlich von anderen Bars unterscheidet: Hier kommt man nur rein, wenn man sich vorher (zumindest am Freitag und Samstag) telefonisch angemeldet hat! Das liegt einerseits im vorhandenen Platz begründet, andererseits kann man sich so sicher auch eine gewisse Problemklientel vom Hals halten. Da das Verhalten einiger Zeitgenossen heutzutage immer mehr zu wünschen übrig lässt, kann man diesen Gedanken sicher nicht als nachteilig für die dortigen Gäste sehen.
In der Bar gibt es (außer Bier!) eigentlich alle Getränke, die einem Connaisseur edler Tropfen gefallen dürften: Whiskey, Champagner, Gin, Rum, Cocktails, Rotwein…
Wobei zu den Cocktails zu sagen ist, dass diese Spitzenklasse sind. Das ist aber auch kein Wunder, denn Betreiber der Bar ist mit Volker Rappolder ein wohlbekannter Kopf des Koblenzer Nachtlebens. Seines Zeichens auch Inhaber der Cocktail-Bar “Daddy-O”, die für Kenner der Materie eine Hochburg edler Cocktails ist.
Für normale Touristen dürfte die Bar nicht erkennbar sein, da sie von außen nicht ersichtlich ist und auch kein Name an der Tür darauf hinweist. Offiziell, wenn man davon überhaupt sprechen kann, handelt es sich um die Speakeasy Bar von Koblenz. Für viele hat sich jedoch der Name “Pfau” oder “Muschel” etabliert. Das liegt einerseits in dem Pfau der über der Bar thront begründet, sowie andererseits dem Muschelsignet auf der Klingel bzw. an der Tür. Die Bar liegt, ganz der Tradition verpflichtet, verdeckt in einem normalen Wohnhaus ohne Fenster und ist somit auch nicht von außen einsehbar. Wenn man durch einen längeren Gang (mit dem Ambiente von Metzgerei-Fliesen an der Wand) geschritten ist und durch die Einlasstür kommt, erwartet einen der obige Anblick auf dem Foto.
Durch eine gute Abluftanlage ist es kein Problem, dort auch gute Zigarren und andere Tabakprodukte zu rauchen: Der sonst übliche Tabakqualm in den Kleidern entfällt zum größten Teil. Die Bar wurde wirklich mit Liebe zum Exklusiven errichtet. Was man unter anderem auch an den gemütlichen Sitzgelegenheiten, der imposanten Marmortheke, dem gehobenen Humidor sowie der höherpreisigen Getränkekarte entnehmen kann. Wobei die Preise dort dem Ambiente mehr als angemessen sind. Wer dabei meckert hat den Blick für Relationen verloren. Der Pfau stellt momentan die Krone der gehobenen Gastronomie in Koblenz dar, mit der Volker Rappolder sich einen Traum verwirklicht haben dürfte. – Ganz großes Kino und definitv einen Besuch wert! (wenn man reinkommt….)

Kostenlose PDF-Scannersoftware für Digitalisierung privater Briefpost

Im Zuge des Aufräumens der eigenen vier Wände kam zwangsläufig auch der Blick auf einige Ordner mit Dokumenten unterschiedlichster Art: Rechnungen, Versicherungsbelege sowie andere Dokumente. Diese nehmen einiges an Platz weg, den man irgendwie sinnvoller nutzen könnte. Also lag die Idee nahe, ein Großteil dieser Dokumente per Scanner auf eine externe Festplatte zu digitalisieren.
Da ich aber einen relativ alten Scanner (Canon LIDE 200) habe, ging das aber irgendwie nicht so ohne weiteres. Es gab keinen Treiber für Win 10 mehr. Okay, der Win 8.1-Treiber lies sich dafür noch nutzen. Aber welche Software konnte ich dafür nutzen, die kostenlos erhältlich ist und dazu noch gute Ergebnisse liefert? Nach etwas stöbern im Netz fand ich NAPS2. Diese Software ist frei erhältlich. Nach etwas austesten war ich der Ansicht, dass dieses Programm meinen Ansprüchen durchaus gerecht wird:
Es kann unterschiedliche Scan-Profile erstellen und auch gleichzeitig den Scan ins PDF-Format umwandeln. Unterschiedliche Scan-Profile sind wichtig, wenn man wegen Speicherplatz nur Schwarz-Weiss-Scanns verwenden will oder andererseit farbige Fotos mit hoher Exaktheit und DPI-Anzahl mit allen Farben einscannen will. Da ist die Dateigröße schon ein großer Unterschied. Das macht zwar bei meiner externen 2TB-WD-Festplatte nicht so viel aus, aber warum mehr Speicherplatz verwenden als eigentlich erforderlich ist?
Auf den ersten Blick erscheint NAPS2 zwar etwas karg, kann aber in den Einstellungen für die Scan-Profile ohne Probleme auf die jeweiligen Scan-Erfordernisse des Nutzers angepasst werden. Zudem mag ich es, wenn Programme nicht so überfrachtet mit Menüs und Funktionen sind. Die Aufgabe meine Briefkorrespondenz zu digitalisieren hat NAPS2 auf jeden Fall sehr gut hinbekommen und ist nun sogar meine Standard-Scansoftware. Kann ich nur empfehlen!

WordPress mit BBClone verbinden

Wenn man ein einfaches Statistik-Tool für WordPress einsetzen möchte, kann man auf eine Vielzahl von WordPress-Statistik-Plugins zugreifen. Oft ist es jedoch so, dass diese Analytic-Plugins immer etwas vermissen lassen bzw. nicht übersichtlich sind. Man kann aber natürlich auch noch ein zweites Analytic-Tool einsetzen, um damit die Angaben des ersten gegenzuprüfen oder zu ergänzen.
Für meine Belange habe ich dafür BBClone im Einsatz. Ein einfacher PHP-Counter, der jedoch für mich aussagekräftig genug ist. MIt folgendem Code kann man BBclone ganz einfach in WordPress (genauer gesagt: in die Datei wp-blog-header.php) integrieren:

//– Insert BBclone Code from here @
define(“_BBC_PAGE_NAME”, get_bloginfo(“name”) . wp_title(“/”, false));
define(“_BBCLONE_DIR”, “/your/path/to/bbclone/”);
define(“COUNTER”, _BBCLONE_DIR.”mark_page.php”);
if (is_readable(COUNTER)) include_once(COUNTER);
//– @ to Here

Wobei man in der Zeile
define(“_BBCLONE_DIR”, “/your/path/to/bbclone/”);
dann seinen absoluten Pfad auf das BBClone-Verzeichnis eingeben muss.
Das schöne an der Lösung ist, dass man somit auch alle aufgerufenen WordPress-Unterseiten mit den jeweiligen Daten einsehen kann.
Wer jetzt Bedenken wegen dem Datenschutz in Sachen DSGVO/GDPR hat:
Hier gibt es eine Anleitung, wie man BBClone einfach den geltenden Datenschutz-Anforderungen anpassen kann.
Von Nachteil ist bei der Datei-Anpassung, dass man nach jedem WordPress-Update die Datei wieder so anpassen muss. Sonst klappt das mit den BBClone-Statistiken nicht und man bekommt keine Busucher-Statistiken mehr.
Das man in diesem Zusammenhang alle wichtigen Verzeichnisse auf seinem Webserver absichern sollte dürfte klar sein…

Kostenlose Prepaid-Kreditkarte ohne Schufa oder Jahresgebühr

Obwohl ich bin kein Freund vom bargeldlosen Zahlungsverkehr bin: Manchmal geht es ohne Kreditkarte einfach nicht (mehr). Das durfte ich unter anderem in meinem Urlaub in Katwijk erfahren, wo in den öffentlichen Bussen kein Bargeld mehr angenommen wird. Dort kann man seine die Fahrkarten nur noch bargeldlos per Kreditkarte bezahlen.
Ich habe zwar eine gute Kreditkarte, aber diese Karte ist halt eine “echte” mit entsprechend hohem Verfügungs- und Kreditvolumen. Falls die mal verloren gehen sollte wäre das nicht so gut. Auch der Klau von Kreditkarten-Daten im Internet wird immer mehr zum Problem. Deswegen war die Überlegung, für Internet-Einkäufe und kleinere Einkäufe (z.B. im Auslandsurlaub) eine Prepaid-Kreditkarte anzuschaffen. Der Vorteil ist dabei, dass im schlimmsten Fall nur das abgehoben werden kann, was auch als Guthaben auf die Kreditkarte -korrekt müsste es eigentlich Debitkarte heißen- gebucht wurde.

Allerdings gibt es Prepaid-Debitkarten wie Sand am Meer, und die Auswahl ist groß. Meine Auswahlkriterien für die Kreditkarte waren: a) kostenfrei, ohne Jahresgebühr b) VISA oder Mastercard c) Gute Währungskurse d) evtl. mit eigenem Bankkonto. e) evtl. ohne Schufa. Wobei der letzte Punkte mit der Schufa für mich jetzt nicht so entscheidend war. Da war eher der Gedanke in Sachen Datenschutz präsent: Je weniger Daten irgendwo von einem gespeichert werden, desto besser ist es letztlich für die Privatsphäre. Nach erfolgter Recherche im Internet bin ich dann fündig geworden: Und zwar im Vereinigten Königreich- bei Revolut !

Kostenlose prepaid Kreditkarte ohne Schufa und ohne Jahresgebühren

Was ich an dieser Kreditkarte (Mastercard) so genial finde: Die Währungsumtauschkosten sind extrem niedrig und somit ideal für Online-Shopping auf ausländischen Websites geeignet. Egal ob schwedische Kronen, britisches Pfund oder amerikanischer Dollar: Per zugehöriger App kann man selber die gewünschte Währung einstellen und kaufen – zum Interbank-Wechselkurs! Genaue Details dazu finden sich auf der Website von Revolut.
Daneben hat man auch ein Bankkonto bei der Kreditkarte – und zwar ein britisches! Ob das jetzt im Rahmes des Brexits von Vor- oder Nachteil sein wird ist noch nicht absehbar. Allerdings dürfte es nicht schaden, ein Konto in einem nicht-EURO-Land zu unterhalten. Wer weiss, wofür das einmal gut sein kann!? Von der App aus kann man auch Ruckzuck Überweisungen auf anderer Bankkonten vornehmen. Alles wird übersichtlich dokumentiert und ist in der Anwendung leicht zu verstehen.
Und wem selbst die Angabe seiner Prepaid-Kreditkarten-Nummer im Internet zu heikel ist:
Der nutzt dann einfach eine virtuelle Kreditkarte, die er in der App selber erstellen kann! Wobei man diese virtuelle Kreditkarte (ebenso wie die “echte” Prepaid-Karte) in der App auch sicherheitshalber sperren oder entsperren kann. Ideal bei zum Beispiel Auslands-Urlauben zum Schutz gegen Kreditkartenbetrug via Skimming!

Daneben kann die Karte aber auch einem beim sparen helfen. So kann man zum Beispiel angeben, ob man zum Beispiel bei einem Kauf die Differenzsumme auf den nächsten runden Betrag (14,60 -> 15,- => 0,40€) zum sparen in einem sogenannten “Vault” (Tresor) auf der Karte abspeichern möchte. Das kann sich bei vielen Käufen schon mal läppern. Wobei man aber auch selber die Differenzgröße (z.B. 14,60->20,-€ =>4,40€) zum sparen definieren kann.
Die Kreditkarte kann man ganz einfach per SEPA-Überweisung mit Geld “laden”. Alternativ geht auch per Kreditkarte, wovon ich aber zur Zeit noch abrate. Die Aufladung per Kreditkarte scheint manchmal nicht reibungslos zu sein. Da muss wohl noch etwas nachgearbeitet werden. Man kann es versuchen, sollte sich aber nicht wundern wenn es nicht klappt. In den meisten Fällen sollte es aber gehen.
Bargeld kann monatlich in Höhe von 200€ kostenlos von Bankautomaten im Heimatland oder im Ausland, via Visa oder Mastercard abgehoben werden. Alle Beträge darüber kosten 2% Gebühr. Achtung: Einige Geldautomatenbetreiber können für das Abheben Gebühren verlangen! Währungsumtauschgeschäfte sind bis zu dem Betrag von €6,000 pro Monat kostenlos, alle Beträge darüber werden mit 0,5 % berechnet.
Auch wer mit Aktien handelt hat hier ein kleines Juwel gefunden: Es lassen sich zum heutigen Zeitpunkt 450 Aktien an den amerikanischen Börsen kostenfrei (!) handeln. Allerdings ist das noch auf monatlich 3 kostenfreie Trades beschränkt. Aber immerhin!
Diese Kreditkarte bietet einem viele Möglichkeiten, wenn man diese zu nutzen weiss.
In Anbetracht dessen wundert es mich nicht, wenn die Banken immer mehr in den Hintergrund treten und von cleveren Fin-Techs überholt werden. Gut gemacht, Revolut!

VHS-Vortrag: Fake-News & SWR Nachrichtenjournalismus

Fernsehen, Radio, Internet: Jeden Tag werden wir von einer nicht mehr zu übersehenden Fülle an Informationen und Nachrichten überflutet. Die überwiegende Anzahl davon dürfte als richtig einzustufen sein. Was ist aber mit den Informationen, die nicht richtig sind? Sind das nur handwerkliche Fehler oder gezielt gestreute Falschinformationen zur Erreichung eines bestimmten Ziels? Um mir dafür etwas Input und weitere Eindrücke zu verschaffen, habe ich im Rahmen der “Langen Nacht der VHS” zwei VHS-Vorträge in Koblenz besucht: “Fakten vs. Fake-News” von Maresa Getto und im Anschluß daran den Vortrag von David Rühl “Wahrheit braucht Zeit. SWR Nachrichtenjournalismus hautnah”.
Der Vortrag “Fakten vs. Fake-News” brachte einige Nachrichten, die dann als “Echt” oder als “Falsch” vom Publikum einzustufen waren. Interessanterweise wurde eine Polizei-Nachricht mehrheitlich vom Publikum als Fake-News eingestuft. Wohl wegen des etwas progressiven Schreibstils der Meldung “+++Teilen!+++Teilen!+++Teilen!+++”.
Erkenntnis aus diesem Vortrag: Eine generelle Definition bzw. Erkennungsmöglichkeit für Fake-News gibt es nicht. Man muss schon seinen Kopf einsetzen, um eine Nachricht auf mehrere Punkte hin zu überprüfen. Zum Beispiel den formalen Stil, Veröffentlichungsquelle, physikalische Gesetze sowie Inhalt der Nachricht an sich.
Etwas überraschend wurde hier explizit mehrmals der Spiegel bzw. Spiegel Online als “seriöse Quelle” bezeichnet. Eine kühne These, da doch ausgerechnet beim Spiegel die Fälschungen ganzer Berichte durch Claas Relotius stattfanden und dadurch mittlerweile einer ganze Branche der wenig schmeichelhafte Titel “Relotius-Presse” anhaftet. Auch bei der Zeit, Süddeutsche Zeitung und RTL gab es ähnliches in Sachen Nachrichten-Fälschungen zu berichten. Trotzdem wurde diesen Medien eine hohe Qualität zugesprochen. Es wurde bei dem Vortrag tendentiell eher der Bereich der privaten Medien thematisiert. Eine kritische Betrachtung der falschen Nachrichten bei den öffentlich-rechtlichen Institutionen (zum Beispiel bei der Tagesschau) wurde nicht thematisiert. Schade, weil diese ja mit zu den größten Verbreitern von Nachrichten und Informationen sind. Hier hätte man die Chance gehabt etwas mehr auf diese Schattenseite bei den öffentlich-rechtlichen Sendern einzugehen. Aber nun gut, dies war ja nicht implizit Thema des Vortrages. Insgesamt kratzte dieser Vortrag leider nur an der Oberfläche. So wurde zum Beispiel auch gesagt, dass Fake-News im Rahmen des Urheberrechts strafbar sein könnten. Auf die Frage eines Teilnehmers, wieviele Verurteilungen es aufgrund der Verletzung des Urheberrechts bei Fake-News denn bereits gabe, konnte die Dozentin keine Zahlen nennen, da sie dies nicht wisse. Das hinterlies keinen guten Eindruck, da also das Urheberrecht entweder keine praktische Rolle bei Verurteilungen spielte oder die Dozentin sich nicht entsprechende vorbereitet hatte. Bezeichnenderweise musste ihr hier ihr Kollege zur Seite springen und weitere Ausführungen ergänzen.
Ein anderer Teilnehmer fragte sich, warum geschönte PR-Texte denn nicht auch als “Fake-News” von den Medienschaffenden betitelt werden. Denn diese würden ja die Wahrheit oft verzerren und nicht den wahren Zustand beschreiben. Auch hier konnte die Dozentin leider keine näheren Angaben machen. Was aber vielleicht in diesem größeren Zusammenhang auch kaum machbar war. Ein weiterer Teilnehmer fragte sich, warum es ausländischen Medien möglich sei über gewisse Vorgänge zu berichten, es heimischen Medien jedoch nicht möglich sei dies ebenfalls zu tun. So zum Beispiel ein Live-Bericht, der dann von n-TV ohne weitere Erklärung ersatzlos gestrichen worden sei, vom ausländischen TV-Sendern jedoch ohne weiteres gesendet wurde. Auch hier konnten keine näheren Erklärungen geliefert werden. Was aber auch nicht verwunderlich ist, da man kaum weiss, warum irgendein privater Sender etwas macht oder nicht macht, wenn man selber bei einem staatlichen Sender (SWR) angestellt ist. Das kann man keinem zum Vorwurf machen. Insgesamt lies dieser Vortrag einen etwas schalen Geschmack zurück. Dies sollte sich bei nächsten Vortrag jedoch ändern.

SWR Nachrichtenjournalismus - VHS-Vortrag in Koblenz

David Rühl ging in seinem Vortrag “SWR Nachrichtenjournalismus” auf die Arbeitsweise der Nachrichtenredakteure hinter den Kulissen ein. Dabei ging er auch auf den Zeitdruck und den Druck der konkurrierenden Medien ein. So könnte sich eine Redaktion kaum leisten, eine Nachricht zu ignorieren, die alle anderen großen Medien veröffentlicht wurde. Einerseits kann man das vom Relevanz-Standpunkt natürlich verstehen, andererseits wird damit die Theorie des Tendenz-Journalismus bestärkt. Was ein Teilnehmer auch kritisch bemerkte: Irgendwie hat man den Eindruck, dass in den Medien eine gewisse Tendenz verfolgt wird (sinngemäß). Das sei aus Sicht des Dozenten nicht so, da gerade auch der SWR eine breite Meinungsvielfalt biete. Ein anderer Teilnehmer vertrat den Standpunkt, dass eine gewisse Tendenz wohl nicht von der Hand zu weisen sei: Die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten sei trotz einer großen Anzahl von Korrespondenten bei allen Medientreibenden von keinem einzigem Medium auch nur thematisiert worden. Der SWR wäre da keine Ausnahme gewsen. Um so größer war dann die Überraschung, dass noch am gleichen Morgen der Wahl das Handelsblatt in seinem Newsletter Hillary Clinton als neue US-Präsidentin verkündet wurde, obwohl Donald Trump als Präsident gewählt wurde. Kein einziges deutsches Medium hatte Trump als eventuellen Sieger auf dem Radar und feierte statt dessen (voreilig) Hillary Clinton. Bei einem so großen Apparat wie dem SWR mit seinen vielen Mitteln: Wie könne so eine grobe Fehleinschätzung passieren? Daraufhin wurde auf die vielen Prognosen (deutsche/amerikanische?) verwiesen, die Clinton eindeutig als Siegerin sahen was auch entsprechend vom SWR berichtet wurde. Was einerseits verständlich ist, aber dann die Frage aufkommen lässt: Warum beschäftigt man (für teures Geld) Korrespondenten in den USA, die solch eine Entwicklung nicht kommen sehen? Schliesslich hat Trump nicht knapp gewonnen, sondern mit über 30% Vorsprung bei den Wahlmännerstimmen einen deutlichen Sieg davon getragen.
Ein anderer Punkt drehte sich um die Frage, warum die Polizei die Nationalität von Verbrechern veröffentlicht, der SWR in seiner Berichterstattung hingegen nicht. Das sei der momentanen Situation geschuldet, in der die Polizei in Rheinland-Pfalz angehalten worden ist die Nationalität des Verbrechers zu veröffentlichen. Beim SWR hingegen wird die Nationalität nur veröffentlicht, wenn dies für den Bericht relevant sei. So wurde zum Beispiel der Fall genannt, bei dem der Chef des deutschen Grenzschutzes in den Irak geflogen sein, um dort einen Verbrecher zur Anklage wieder nach Deutschland zu bringen. Dort sei die Nationalität natürlich von Relevanz für den Bericht gewesen. Bei vielen anderen Fällen hingegen die Nationalität nicht der Fall. Man sei schliesslich in einer verantwortlichen Position, in der man vorsichtig sein müsse keine Vorurteile (hinsichlich Ausländern) zu schüren. Wobei ich hier jedoch nicht zustimmen kann: Zusätzliche Informationen helfen den Sachverhalt klarer einzuschätzen. Wenn diese Informationen unterdrückt werden, ist dies eine Form der passiven Manipulation. Natürlich ist das Argument nicht von der Hand zu weisen, dass mit Preisgabe der Nationalität gewissen Kreisen in die Karten gespielt wird. Aber für das konkrete Verbrechen sind nun mal nicht diese Kreise verantwortlich, sondern der konkrete Verbrecher selber. Hier kann man jedoch sicher unterschiedlicher Meinung sein.

Was mich überrascht hat, war die Menge an Informationen, die ein Redakteur täglich auswertet und zu verarbeiten hat. Der Zeitdruck zur Bearbeitung und Veröffentlichung spielt eine große Rolle. So kann der Nachrichtensprecher zum Beispiel erst wenige Sekunden vor Ausstrahlung der Nachrichten seine Redetexte erhalten. Hätte ich so nicht gedacht, aber das scheint öfter vorzukommen als man annimmt.
Es gibt auch unterschiedliche Qualitätsstufen in Bezug auf die Nachrichten-Lieferanten, die Presseagenturen. So ist es auch schwierig, einen Grundsatz der journalistischen Arbeit beim SWR (jede veröffentlichte Meldung muss von zwei unabhängigen Quellen bestätigt werden) zu gewährleisten, wenn es nur eine Quelle für eine Nachricht gibt. Zum Beispiel ist dies der Fall, wenn es nur einen Korrespondenten in der betreffenden örtlichen Region (z.B. naher Osten) gibt. Eine veröffentlichte Nachricht bedarf auch der mehrheitlichen Zustimmung des 5-köpfigen Redaktionsteams. Bisher wären alle Veröffentlichungen einstimmig gefallen. Was aber dann gleichzeitig die Frage aufwirft, ob die so oft beschworene Vielfalt sich auch in einer entsprechend heterogenen politischen Zusammensetzung des Redaktionsteams niederspiegelt. Das darf bezweifelt werden, da über 80% der Journalisten Anhänger einer linken Politik sind. Somit kann hier schon ein gewisses Agenda-Setting mit Tendenzcharakter entstehen. Was auch von einem Teilnehmer angesprochen wurde “Immer das Gleiche: Böse AfD, dummer Trump und gute Flüchtlinge”.
Die beste und glaubwürdigste Info des Abends war: “Hinterfragen Sie alles und Jeden!”
Das werde ich tun. Garantiert.
*** Update 28.9.19: Das “Qualitätsmedium” Spiegel hat anscheinend wieder einen Märchenerzähler in seinen Reihen ***
*** Update 14.10.19: Auf dieser Seite gibt es noch weitere Infos über die Veranstaltung