Seit einigen Jahren bin ich schon als Hobbyimker tätig. Was eigentlich nur eine spontane Idee war hat sich nun als festes Hobby etabliert. Ursprünglich wollte ich nur mit einer Bienenkiste ein Bienenvolk halten. Bin aber dann bei der Recherche dazu auf die Erkenntnis gekommen dass das wohl doch nicht so ganz ideal ist.
Also ging es den klassischen Weg mit Zanderbeute. Aber vorher wurde erstmal ein
VHS-Kurs zur Bienenhaltung vom BZV Bendorf über mehrere Monate besucht.
Schliesslich will man ja wissen wie das eigentlich geht.
Nach nun 8 Jahren die ich dabei bin dürfte ich wohl ca. 90% aller Imkerfehler begangen haben und bin nun relativ sattelfest in der Imkerei und bin auch mittlerweile selber Imker-Pate. Es macht einfach Spass und ist Entspannung wenn man sich im Frühling und Sommer um die Bienen kümmert und das Bienenvolk heranwachsen sieht.
Mittlerweile könnte ich Stunden vor dem Bienenstock bei gutem Wetter stehen und den Bienen beim rein- und rausfliegen zusehen.
Bisher hatte ich hauptsächlich Frühlingshonig (genauer gesagt „Frühtracht-Honig“) geernetet. Dieses Jahr war aber besonders gut von der Ernte und so kam auch der
Sommerhonig zur Ernte. Er schmeckt etwas kräftiger als der Frühlingshonig, der etwas filigraner und leichter daher kommt. Da ich seit diesem Jahr auch neue Etiketten verwendet habe kamen also einige Neuerungen in 2025 zusammen.
So kam mir auch die Idee, den Sommerhonig erstmals zu einer Honigprämierung beim
Imkerverband Rheinland einzureichen. Da allerdings das Einreichungsverfahren für den Frühlingshonig schon beendet war blieb „nur“ noch das Einreichungsverfahren für den Sommerhonig. Gesagt, getan.
Also das neue Etikett mit den erforderlichen Angaben verwendet und den Sommerhonig ins Glas abgefüllt und dann mitte Juli per Post nach Mayen zum Imkerverband gesendet. Und dann passierte erst mal lange nichts. Mitte Oktober kam dann eine Email mit folgendem Inhalt bei mir an:
„Ihr Honig hat erfolgreich an der diesjährigen Honigbewertung teilgenommen und wird im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung mit einer Urkunde ausgezeichnet.“
Natürlich war die Freude groß, dass es hier eine positive Rückmeldung gab.
Aber was heisst „mit einer Urkunde ausgezeichnet“ – Teilnehmerurkunde??? Das wäre natürlich nicht so prickelnd… Auch auf Nachfrage wollte man sich dabei nicht näher in die Karten sehen lassen. Was natürlich auch irgendwo nachvollziehbar ist, wenn man die Spannung aufrecht halten will. Das Ergebnis würde man dann vor Ort erhalten. Nun ja… Preisverleihung war am 9.11.2025 im Gut Leidenhausen in Köln-Porz. Also bei Nebel und Regen nach Köln gefahren und durch einen halben Wald gelaufen wenn man zur Preisverleihung wollte weil es keine nahen Parkplätze gab. Nicht gerade so prickelnd, weil es am Regnen war und alles mehr oder weniger matschig war… Aber naja, gehört halt dazu und ist auch nicht jeden Tag. Bevor es dann an die Preisverleihung ging, waren dem noch ein paar Vorträge vorgeschaltet. Interessant waren sie alle auf ihre eigene Weise. Allerdings konnte es sich eine Referentin nicht verkneifen zu zeigen, dass sie von Google im speziellen und den Amerika allgemein nicht viel hielt, weil die ja alle irgendwie „böse“ wären. – Originalton. Das wurde dann öfters wiederholt und es war dann jedem halbwegs normalen Zeitgenossen klar dass diese Referentin wohl politisch sehr links angesiedelt ist und jedem ob er wollte oder nicht ihre Meinung in adäquater Weise ins Ohr drückte. Nervig – was hat das mit Honig zu tun? Aber naja, jedem Tierchen sein Pläsierchen. Als es dann an die Bekanntgabe der Gewinner ging war die Spannung groß: Bronze, Silber, Gold? Für Gold war der Wassergehalt des Honigs meiner Meinung nach zu hoch, so dass es wahrscheinlich Bronze werden würde. Aber als dann mein Name nicht bei den Bronzegewinnern war, war die Stimmung natürlich top: Dann könnte nun noch Silber kommen! Oder? Und so war es dann auch: Als die Namen der Silber-Gewinner angezeigt worden sind war ich auf der Liste dabei – damit hatte ich ehrlich nicht gerechnet.

Auch über Bronze hätte ich mich sehr gefreut. Aber da es nun Silber wurde hat das die Stimmung natürlich nochmal deutlich angehoben. Für mich war das eine schöne Anerkennung meiner jahrelangen Imkertätigkeit mit dem Beweis, dass für meine Kunden ein augezeichneter Honig im Glas ist, der keinen Vergleich zu scheuen braucht. Es ist ein reines Hobby bei dem man mit Glück eine schwarze Null erreicht, von Gewinn gar nicht erst zu reden. Aber darum geht es ja auch nicht. 100% Natur aus der eigenen Umgebung zum Wohle aller – das ist mein Antrieb und Ziel. Silber ist nun erreicht, nun wird mit der nächsten möglichen Ernte Gold anvisiert. Interessanter weise hat der Frühlingshonig sogar noch niedrigere/bessere Wasserwerte (16,8%) als der Silberprämierte (17,1%). Somit ist der eigentlich von der Qualität noch etwas besser als der Silber-Honig. Aber warten wir mal ab… Vielleicht wird es bei der nächsten Prämierung ja mal Gold!?